One Two
Aktuell

Öffnungszeiten in den Semesterferien:
Bibliothek Mo - Do 9 - 17 h, Fr 9 - 16 h
Vom 31.8. - 9.9.2016 ist die Bibliothek geschlossen.
Diathek Mi 13 - 16 h
 

Informationsveranstaltung BA-Studium Archäologien
am Montag, den 10. Oktober 2016 um 9.00 Uhr

 

Arbeitsmittel

(Einige der Links nur im Uni-Netz erreichbar)

 
Sie sind hier: Startseite Forschung Kulte im Kult

Das Projekt

Das von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderte Forschungsprojekt „Kulte im Kult“ hat zum Ziel, durch Feldforschungen und vergleichende Studien einen spezifischen Typus griechischer Heiligtümer zu untersuchen. Es handelt sich dabei um sog. extraurbane Heiligtümer, also Kultbezirke, die außerhalb antiker Städte lagen. In der Regel gehörten sie sakralrechtlich zu einer Polis, was nicht selten in einer verbindenden ‘Heiligen Straße’ sichtbaren Ausdruck fand, auf der die Kultgemeinde bei festlichen Anlässen in Prozessionen zur Kultstätte zog. Heiligtümer dieser Art nehmen innerhalb der Heiligtumstypologie eine Sonderstellung ein; waren sie doch gegenüber den meisten städtischen Kultbezirken durch ihre topographische Lage als räumliche und funktionelle Einheiten klar definiert. Erst eine solche sakrale Zone erlaubt es, den sakralen Mikrokosmos der ‘kleineren Kultstätten’ innerhalb eines Hauptheiligtums zu untersuchen.

Die Koexistenz verschiedener Gottheiten ist an sich kein unbekanntes Phänomen, erklärungsbedürftig ist jedoch nach wie vor, inwieweit sich ihre verschiedenen Funktionsbereiche im Gefüge einer sakralen Zone ergänzten, deren ‘religiöse Ausrichtung’ durch eine Hauptgottheit festgelegt war. Eine Antwort auf die Frage nach den Funktionen dieser ‘untergeordneten Kultbezirke’ ist zunächst nur durch schriftliche Zeugnisse und archäologische Befunde zu gewinnen. Aussagekräftig können die topographische Lage, die architektonische Ausstattung und vor allem das Spektrum der Weihgaben und Kultgeräte sein. Lassen diese doch zuweilen auf eine bestimmte Klientel und spezifische Kulthandlungen schließen.

Vergleichende Studien

Fallbeispiel Didyma

Mit dem berühmten Orakelheiligtum von Didyma an der Westküste Kleinasiens verbindet man auch heute noch in erster Linie den monumentalen Apollontempel. Aus Inschriften wissen wir jedoch, dass in Didyma nicht nur der Apollonbezirk, sondern weitere, wenn auch kleinere Heiligtümer existierten. Überliefert werden z. B. Teméne der Artemis, des Zeus, der Aphrodite und der Hekate, die zum Teil mit Tempeln ausgestattet waren, wie es im Fall des Artemisheiligtums ausdrücklich durch Inschriften belegt ist. In Anbetracht dieser Zeugnisse ist es umso erstaunlicher, dass bisher keine dieser Kultstätten archäologisch nachgewiesen sind. Dies ist größtenteils auf die Geschichte der Ausgrabungstätigkeit in Didyma zurückzuführen, die 1906 ihren Anfang nahm. Während die erste Grabungsphase (1906-1913 und 1924-1925) allein der Freilegung des Apollontempels galt, hatte man sich in der zweiten (1973-1993) jahrzehntelang auf einen beschränkten Bereich an der Heiligen Straße konzentriert, wo fälschlicherweise das Artemisheiligtum lokalisiert worden war, obwohl entsprechende Funde ausblieben. Die verbliebenen, unausgegrabenen Bereiche des Heiligtums bieten nun die Gelegenheit, exemplarisch die kleineren Kultbezirke (Grabungen 2009, 2010 und 2011) zu untersuchen.

 
Artikelaktionen