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DFG-Graduiertenkollegs 1878 "Archäologie vormoderner Wirtschaftsräume" (2013-2019)

Das DFG-Graduiertenkollegs 1878 ‚Archäologie vormoderner Wirtschaftsräume‘ ging auf eine Initiative des ‚Verbunds archäologischer Institutionen Köln-Bonn‘ zurück und bildete ein Kooperationsprojekt der archäologischen Institute der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Während seiner Laufzeit vom 01.10.2013 bis zum 30.09.2019 bot das Kolleg in zwei Zyklen Doktorand:innen, Postdocs und weiteren assoziierten Mitgliedern die Möglichkeit, unter der gemeinsamen Betreuung von Bonner und Kölner Wissenschaftler:innen in einem fachlich exzellenten Umfeld zu forschen.

Ziel des Graduiertenkollegs war es, Wirtschaftssysteme und Wirtschaftsräume vormoderner Gesellschaften in ihrer Struktur, Dynamik und Leistungsfähigkeit zu analysieren sowie die Wechselwirkungen mit den naturräumlichen, politischen, gesellschaftlichen, religiösen und kulturellen Verhältnissen zu erfassen. Grundlage dieses Forschungsansatzes ist die Beeinflussung jedes Wirtschaftssystems durch die einzigartigen naturräumlichen, demographischen, sozio-politischen, religiös-kognitiven Verhältnisse sowie die Ökonomie benachbarter Kultursysteme. Daneben existieren jedoch auch vergleichbare Strukturen: beispielsweise kann Wirtschaft kulturunabhängig als Kette aus Produktion, Distribution und Konsum beschrieben werden. Ferner wird die Produktion in die drei Sektoren (1) Nahrungsmittelproduktion und Rohstoffgewinnung, (2) verarbeitendes Gewerbe und (3) Dienstleistungen eingeteilt; für eine kulturübergreifende Analyse vormoderner Wirtschaftssysteme sind ebenfalls noch (4) Tausch und Handel sowie (5) die Demographie von Bedeutung. All diese Bereiche lassen sich sowohl strukturell als auch quantitativ betrachten und werden innerhalb des Graduiertenkollegs in drei Forschungsachsen auf verschiedenen Maßstabsebenen analysiert: ‚Wirtschaftliche Netzwerke‘, ‚Siedlungszentren und ihr Umland‘ sowie ,Sakrale Institutionen‘ / ,Haushalte als Wirtschaftseinheiten‘.

Diese Ergebnisse bildeten die Basis für diachrone und interkulturelle Vergleichsstudien innerhalb des Kollegs.

Kern des Kollegs war ein strukturiertes Studienprogramm mit dreijährigem Curriculum. Aufeinander aufbauende Seminare, Diskussionsrunden, Workshops und Kolloquien begleiteten die Doktorand:innen während der Promotionsphase. Gastwissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland bereicherten das Forschungsprogramm durch Vorträge und jedes Semester war ein internationaler Mercator-Fellow zu Gast am Kolleg.

Beteiligt waren die Fächer Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Provinzialrömische Archäologie, Christliche Archäologie, Byzantinistik, Islamarchäologie, Ägyptologie, Altamerikanistik, Alte Geschichte, Ethnologie und Historische Geographie.

Das zeitliche Spektrum reichte von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter, das räumliche von der Mongolei bis nach Mittelamerika mit einem Schwerpunkt im europäischen und mediterranen Raum. Entsprechend der Thematik des Kollegs gab es eine enge Kooperation mit den Wirtschaftswissenschaften und der Geographie.

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